Seltsame Laute im Winterwald

Wer im Hoch- und Spätwinter in den Wäldern rund um Spiegelau unterwegs ist, der hat es sicher schon einmal gehört. "Wuhuu, wuhuu, wuhuii, wuhuu, wuhuu, wuhuii" schallt es durch den Winterwald. Vor allem abends und nachts kann man dieser Töne hören. Direkt unheimlich kann es einem dabei werden.

Was mag die Ursache dieser geheimnisvollen Laute sein? Sicher haben Sie es schon erraten. Es sind die Rufe des Wolpertingers, mit denen er seine Angebetete locken will. Gleich nach dem Dreikönigsfest beginnt die Wolpertingerbalz. Diese seltenen und scheuen Tiere leben anders als viele Menschen in dauerhaften Paarbeziehungen, die ein Leben lang halten. Aber irgendwann muß die "Frau für's Leben" gefunden werden. Und diese Zeit ist eben die zweite Winterhälfte. Der Wolpertinger hat seine Wohnhöhle üppig mit isolierendem Material wie Heu und Moos ausgestattet und einen reichlichen Vorrat an Delikatessen angelegt. Jetzt versucht er mit (zumindest für Wolpertingerohren) wohlklingender Stimme ein Weibchen anzulocken. Zusätzlich versucht er mit akrobatischen Sprüngen auf sich aufmerksam zu machen.

Ist es ihm endlich gelungen, das Interesse einer möglichen Partnerin zu erringen, prüft diese erst den Wolpertinger, dann die Wohnhöhle mit den Vorräten. Sagt ihr beides zu, zeigt sie dem eventuellen Partner trotzdem zunächst die kalte Schulter. Sie macht sich wieder davon, legt aber eine nicht zu verfehlende Spur. Hat der Wolpertinger Feuer gefangen, stellt er sogleich seiner Auserwählten nach. Seine Rufe werden lauter und seine Sprünge höher und weiter. Schließlich gibt das Weibchen nach und man kann dann beide dicht an dicht durch den Wald ziehen sehen, sozusagen Huf in Huf. Schließlich verschwinden sie dann beide in der geräumigen Wohnhöhle.

Wer die Wolpertingerbalz beobachten will, der sollte sich in der Dämmerung auf den Weg machen. Vom Wolpertinger gern besuchte Balzplätze sind kleine Lichtungen im Laubwaldbereich, die wegen der im Winter fehlenden Blätter gut vom Mondlicht beleuchtet werden. Man legt sich am besten am Rand einer solchen Lichtung gegen den Wind ins Unterholz und wartet. Als Unterlage eignet sich dabei eine Luftmatratze. Ein kleines Windlicht vertreibt die Dunkelheit und dient als Lockmittel.. Probieren Sie es doch mal! Aber stören Sie dabei die seltenen und scheuen Tiere nicht zu sehr.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Beobachten der Wolpertingerbalz und grüße ich Sie mit einem herzlichen "Wuhuu, wuhuu, wuhuii!”

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