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Ein sensationeller Fund
Beim Ausschachten im Zuge des Straßen- und Kanalbaus in Spiegelau wollten
die Arbeiter zunächst ihren Augen nicht trauen. In etwa 1,5 m Tiefe waren sie auf eigenartige Knochenreste gestoßen. Die Bauarbeiten wurden sofort
unterbrochen und ein Expertenteam aus München und Weihenstephan reiste an. Die Spezialisten deuteten den Fund als Skelett eines Tieres. Die sofort
durchgeführten Altersmessungen ergaben ein Alter von ca. 10.000 Jahren. Das Geschöpf hatte demnach schon gegen Ende der letzten Eiszeit hier gelebt.
Noch größer war die Überraschung, als die Bestimmung des Skeletts ergab, dass es sich unzweifelhaft um einen Bayerwald-Wolpertinger, also die größere und friedlichere Variante des
"gemeinen Wolpertingers" handelt. Diese Entdeckung revolutioniert die gesamte Wolpertinger- forschung. War man bisher davon ausgegangen, der Wolpertinger stamme aus Oberbayern und
habe sich von dort aus verbreitet, muss man nun zur Kenntnis nehmen, dass "Wolpi", wie er auch genannt wird, auch in vorgeschichtlicher Zeit bereits im Bayerischen Wald heimisch war, ja
vielleicht sogar von hier aus erst nach Oberbayern eingewandert ist.
Die Tatsache, dass der empfindliche und wählerische Wolpertinger schon seit so langer Zeit hier heimisch ist, spricht für die Besonderheit und Einmaligkeit der Natur hier bei uns. Grund genug,
dafür zu sorgen, dass diese Natur und damit auch dieses seltene und scheue Tier erhalten bleibt.
Nur eine Kleinigkeit brachte das Expertenteam dann doch etwas in Verlegenheit. Unmittelbar neben dem Wolpertingerskelett grub man aus gleicher Tiefe ein leeres Tonbehältnis aus. Nach dem
Öffnen ergab bereits eine einfache Riechprobe, dass es sich bei dem Inhalt um Bärwurz gehandelt haben muss. Inwiefern dieser weitere Fund mit dem Wolpertinger oder mit dem Autor dieses
Artikels in Zusammenhang steht, wird zur Zeit noch geprüft.
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