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Gute
Messer
Messer - uraltes Kulturgut
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Messer gehören zu den
allerersten von Menschen gebrauchten Werkzeugen, und damit zum
ältesten Kulturgut der Menschheit. Bestimmte Steine wurden so
bearbeitet, daß man damit schneiden und schaben konnte. Nur so
konnten unsere Vorfahren Nahrung, insbesondere Fleischnahrung zerteilen
und sich aus Holz, Knochen, Häuten und anderen Materialien weitere
Hilfsmittel und Kleidungsstücke herstellen. Die Erfindung des
Schneidwerkzeugs als Urform heutiger Messer, dürfte das Leben der
Menschen mehr revolutioniert haben, als viele große Erfindungen
in unserer Zeit.
Die ersten "richtigen" Messer waren Feuerstein- oder
Obsidianklingen, die mittels Harz und Lederbändern an Holz- oder
Knochengriffen befestigt wurden. Die Steinklingen waren schon sehr fein bearbeitet und
zeichneten sich durch große Härte und Schärfe aus. Der
inzwischen berühmte "Ötzi" hatte ein solches fein
gearbeitetes Messer bei sich.
Das Metallzeitalter
Die Weiterentwicklung begann mit der
Metallverarbeitung. Jetzt konnte man Klingen aus Kupfer und später
aus der widerstandsfähigeren Bronze herstellen. Auch die
Massenfertigung durch Guß- oder Schmiedeformen wurde
möglich. Allerdings waren diese Klingen relativ weich und damit
wenig schnitthaltig. Erst als das Eisen aufkam, hatte man ein fast
perfektes Klingenmaterial gefunden. Es war gleichzeitig hart und
elastisch. Man konnte es sehr gut bearbeiten.
Freilich mußte man das Material gut kennen und wissen, wie
man damit umzugehen hatte. Nicht umsonst stellten sich die Menschen des
Altertums vor, nur Götter könnten das Eisen entsprechend
bearbeiten und formen. Hephaistos, der griechische Gott der Schmiede
war einer der wichtigsten Götter des Olymp. "Vulcanus" nannten ihn
die Römer. Seine Werkstatt war in den Tiefen der Erde. Die
großen Helden des klassischen Altertums trugen Rüstungen,
Schwerter und Messer aus seiner gewaltigen Schmiede, die ihnen
überragende Taten ermöglichten.
Auch in den germanischen Heldensagen haben die Schmiede einen
herausragenden Platz. Die zauberkundigen Zwerge, die in ihren
unterirdischen Schmiedewerkstätten goldenen und silbernen Schmuck,
aber auch Schwerter und Messer mit ungewöhnlichen Eigenschaften
schufen, spielen eine große Rolle. Balmung, das sagenhafte
Schwert Siegfrieds, Teil des Nibelungenhortes, wurde von einem Zwerg
angefertigt. Es waren aber nicht nur die Zwerge, welche die Geheimnisse
des Stahls kannten. Ein weiterer Sagenheld, "Wieland der Schmied" schuf
ebenfalls erstaunliche Dinge aus Metall. Das von ihm geschmiedete
Schwert Mimung in der Hand seines Sohnes Wittich wäre sogar
beinahe dem gewaltigen Dietrich von Bern zum Verhängnis geworden,
denn es schnitt durch Helm und Harnisch des großen Helden wie
durch Pappe.
Feststehend oder klappbar?
Bei Messern mit feststehender Klinge kommt
es neben dem Stahl auf die Verar-beitung und Befestigung des Griffes an.
Am stabilsten sind Integralmesser, bei denen der gesamte
Messerkörper aus einem Stück Stahl geschmiedet wird. Weitere
Griffmaterialien wie Holz, Hirschhorn, Büffelhorn, Polymere oder
andere hochwertigen Materialien wie Micarta werden dann in
unterschiedlichen Verfahren aufgebracht.
Bei Messern mit "Flach-Erl" zieht sich der Klingenstahl in
ganzer Länge und Breite durch den Griff und ist daher auch sehr
stabil. Der "Spitz-Erl" ist z.B. bei Finnenmessern gebräuchlich.
Hier zieht sich die Klinge etwas verjüngt ebenfalls durch den
ganzen Griff und wird dann mit dem Griff verschraubt oder vernietet.
Von Taschen- oder Schließmessern spricht man, wenn die
Klinge eingeklappt werden kann. Dabei kann wiederum in festellbare und
nicht festellbare Messer unterschieden werden.
Bei Taschenmessern kommt es ganz entscheidend auf die
Verarbeitung der Griffplatinen und des Klappmechanismus an. Bei sehr
hochwertigen Messern werden z.B. Klingen und Schließfedern
ge-meinsam auf Stärke geschliffen, so daß die Klingen im
Griff kein Spiel aufweisen . Manche Messer haben zur besseren
Stabilität eingepreßte Lagerbuchsen aus besonders hartem
Stahl.
Die Griffplatinen werden aus Messing, Neusilber, Stahl oder
Zinkdruckguß gefertigt. Je nach Qualität werden die
einzelnen Elemente verlötet, vernietet oder verklebt. Bei den
höherwertigen Messern werden die Einzelteile per Hand ausgesucht
und mit Stahl-, Neusilber- und Messingstiften zusammengefügt.
Der Stahl
Außer bei pulvermetallurgischen
Stählen kommt es darauf an, ob ein Messer geschmiedet,
gefräst oder nur aus Bandstahl oder Blech gestanzt wird. Beim
Schmieden (meist im Gesenk) wird die Struktur des Stahls verfeinert und
dadurch zäher und widerstandsfähiger. Geschmiedete Klingen
weisen eine günstigere Gefügebildung (Verdichtung) des Stahls
auf, was sich auf die Bearbeitung und die Haltbarkeit positiv auswirkt.
Das Schmieden ist meist erheblich aufwendiger und teurer als das
Stanzen. Deshalb werden hochwertige geschmiedete Klingen nur von den
führenden Herstellern verwendet. Die heute üblichen
Bezeichnungen 420, 440a+ b+c, 8 a, ATS 34 etc. stammen aus den USA und
Japan und haben die deutschen DIN-Bezeichnungen weitgehend ersetzt.
Messer ohne Stahl
Es gibt heute keramische Werkstoffe, die
bestimmte Eigenschaften von Stahl weit in den Schatten stellen.
Sie sind hoch hitzebeständig, fast so hart wie Diamant, nur halb
so schwer wie Stahl, antimagnetisch und völlig korrosionsfrei. Nur wenige Hersteller wie z.B. die Firma Böker
beherrschen die Herstellung hochwertiger Messer aus dem schwer zu
bearbeitenden Material. Ein solches Keramikmesser - richtig behandelt -
bleibt immer scharf, ohne geschliffen oder abgezogen werden zu
müssen. So ist man heute im "HiTec-Zeitalter” wieder dort
angekommen, wo unsere Vorfahren begonnen haben: Bei der Klinge aus
"Stein". Der Kreis hat sich geschlossen.
©
2001 Beiler, Spiegelau
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